Den Anfang
macht ein
guter Stein.

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Barrierefrei gestalten mit Rinn

Beim Stichwort "Barrierefreiheit" scheint auf den ersten Blick alles klar zu sein. Planerinnen und Planer haben schnell die einschlägigen Vorschriften im Kopf, die beim Neu- und Umbau öffentlicher Gebäude und Straßenräume sowie bei Wohngebäuden angewandt werden. Vor dem geistigen Auge entstehen Bilder von Aufzügen, Rampen und Haltegriffen. Barrierefreiheit wird im allgemeinen Verständnis meist baulich beschrieben.

Viele Barrieren, die Menschen erheblich einschränken, den öffentlichen Raum zu nutzen, sind der Allgemeinheit kaum bewusst. Personen mit Sehbeeinträchtigungen zum Beispiel benötigen Begrenzungen, Kontraste, taktile Elemente und vor allem durchgängige Leit- und Orientierungs-systeme. Dunkelheit und fehlende Einsehbarkeit verursachen auch bei nicht körperlich eingeschränkten Menschen häufig Unsicherheit. Aber nicht nur gebaute Rahmenbedingungen lösen Unsicherheitsempfindungen aus: Vandalismus, Verschmutzungen und einseitige Nutzungen können sehr ausgrenzend wirken. Diese wenigen Hinweise zeigen: Barrieren werden individuell wahrgenommen und sind nicht abschließend beschreibbar.

Der Begriff der "Barrierefreiheit" ist folgerichtig zu öffnen. Das Anliegen ist, allen Menschen zu ermöglichen, ihr Leben selbstständig zu führen, Wege selbstständig zu bewältigen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Sprechen Sie uns an, unsere Berater haben immer ein offenes Ohr für Sie.

Architekten-Hotline: 0 800 - 74 66 500 oder guenter.laubinger@rinn.net

Gesetzliche Grundlagen

Auch das Gesetz will es barrierefrei.
Die Interessen und Bedürfnisse von Schwächeren werden per Gesetz geschützt. Insofern ist barrierefreies Bauen keine Leistung, sondern eine Pflicht.

Grundgesetz, Artikel 3
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden.

Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG)
Behinderten soll die uneingeschränkte Nutzung aller Gegenstände, Gebrauchsgüter und Objekte möglich sein, ohne dass sie sich genötigt sehen, dazu fremde Hilfe in Anspruch nehmen.

Bauplanungsrichtlinien
Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind insbesondere die Normen 18024 (mit der Veröffentlichung von DIN 1804-1 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude" im Oktober 2010 wurde DIN 18024-2:1996-11 "Barrierefreies Bauen - Teil 2: Öffentlich zugängige Gebäude und Arbeitsstätten, Planungsgrundlagen" abgelöst.) und 18025 (Wohnungen) sowie die Zusammenfassung der Vorschriften lt. DIN 18030 zu berücksichtigen. Den sozialen und kulturellen Bedürfnissen der jungen, alten und behinderten Menschen gilt darin besonderes Augenmerk.

Landesbauordnung
Die Voraussetzungen für Barrierefreiheit sind in der Planung zu berücksichtigen. Bei Nichtbeachtung wird ein Bußgeld auferlegt. Insofern ist barrierefreies Bauen keine Leistung, sondern eine Pflicht.

Anforderungen an Ausstattung

Ohne Orientierungshilfen sind Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen schwer auffindbar: Deren Lage und Zugänge sollten gekennzeichnet und von anderen Leitsystemen unterschiedbar sein. Außerdem müssen Orientierungshilfen folgenden Maßgaben genügen:

  • Ertastbarkeit mit Blindenstöcken durch 3 cm hohe Sockel oder Ausstattungen, die ohne Unterschneidung bis 10 cm über den Boden reichen. 3 cm hohe Aufkantungen oder abgesenkte Borde bieten darüber hinaus taktile und visuelle Information. 
  • Für Sehbehinderte und Menschen mit anderen sensorischen Einschränkungen müssen Hinweise optisch kontrastierend durch hohe Hell/Dunkel-Differenzen oder taktil bzw. akustisch wahrnehmbar sein. Für Richtungsänderungen oder Hindernisse sollten besondere Markierungen vorgesehen werden. Schriftzeichen müssen bei jeder Beleuchtungssituation deutlich und blendfrei lesbar sein.
  • Radabweiser und Handläufe sind Bestandteil von Treppen- und Rampenanlagen.
  • Markierungsstreifen und Aufmerksamkeitsfelder machen An- und Austritte von Treppenläufen und Richtungsänderungen an Ampelanlagen ertast- und erkennbar
  • Hinweis- und Markierungsstreifen müssen im Außenraum eine Breite von 50-60 cm einnehmen, in geschlossenen Anlagen 30 cm.

Wege und Stellplätze

Anforderungen an Wege und Bewegungsflächen laut DIN 18040-1 Außenanlagen (öffentliche Verkehrsflächen) sollen den ungehinderten Zugang zu Gebäuden sichern und müssen daher barrierefrei gestaltet werden. Welche Abmessungen sie haben und welche Anforderungen an die Wege- und Begegnungsflächen gestellt werden, entnehmen Sie ebenfalls der DIN 18024-1 und DIN 18040-1. Beachten sollten Sie die Anforderungen an die Bodenbeläge im Allgemeinen: kontrastreich, gut begehbar, eben, rutschfest, strapazierfähig, witterungsbeständig, großformatig, wenige und flache Fugen, Minifase, optimaler Wasserablauf.

Anforderungen an Parkplätze für PKW (lt. DIN 18024/25):
PKW-Stellplätze für Menschen mit Handicap sollten in der Nähe des Haupteinganges bzw. eines behindertengerechten Einganges liegen. 3% aller Stellplätze, mindestens jedoch 2, müssen nach der Norm gestaltet sein.

Idealerweise sollen Behinderten-Stellplätze schräg oder rechtwinklig zur Fahrbahn angeordnet werden. Ist dies nicht möglich, müssen sie für das Längsparken jeweils eine Länge von 750 cm und eine Breite von 250 cm aufweisen. Die Zugänge zu Gehwegen müssen stufen- und schwellenfrei sein. Der Bordstein ist auf 3 cm abzusenken.

Beim Ein- und Aussteigen muss es möglich sein, einseitig die Autotür vollständig zu öffnen, um mit dem Rollstuhl seitlich neben das Auto fahren zu können. Die Breite des Parkplatzes muss daher mindestens 350 cm, d.h. der Parkplatz mindestens 200 cm und die Bewegungsfläche mindestens 150 cm betragen.

Sonderausstattungen

Neben den Bodenbelägen sind noch Ausstattungs-Extras wie Platten mit Behindertensymbolen (Piktogramme) zur Kenntlichmachung und Abgrenzung sinnvoll. Kontrastreiche Steine aus dem gleichen Pflastersystem können auch noch nachträglich in die Fläche eingebaut werden.

Treppen und Stufen

Treppen sind ein vertikales Erschließungselement und müssen so gestaltet sein, dass sie für alle Menschen bequem zu begehen sind. Stufen bzw. Treppen stellen für viele Personen ein schwerwiegendes Hindernis dar.

  • Für die Planung von Hauptbewegungsströmen wird deshalb dringend angeraten, auf die Integration von Stufen zu verzichten.
  • Treppenläufe mit mehr als 3 Stufen müssen auf der ersten und letzten Stufe über die gesamte Trittbreite durch einen 50 - 80 mm breiten kontrastierenden Streifen gekennzeichnet werden. Bei Treppen bis zu 3 Stufen gilt dies für alle Stufen. Stufenunterschiede sind nicht zulässig. (DIN 18024-1 Treppen)
  • Haupttreppen müssen geradläufig sein, da die ungleich tiefen Auftritte von gewendelten Treppen Gehbehinderten die Nutzung erschweren.
  • Nach maximal 12 Stufen ist ein Podest einzuplanen.
  • Bei Richtungsänderung muss die Podestbreite mindestens 150 cm betragen. Die lichte Treppenbreite soll mindestens 120 cm betragen, Handläufe dürfen die Treppenbreite um maximal 20 cm einschränken.
  • Wichtig ist auch ein bequemes Steigungsverhältnis: Eine Steigung von max. 16 cm je Stufe und eine Stufentiefe von nicht weniger als 30 cm sind akzeptabel.
  • Hinterschneidungen und Kanten sind zu vermeiden, offene Setzstufen oder unterschnittene Trittstufen sind unzulässig..
  • Niveauwechsel nach DIN 32984 Treppenantritt und Treppenaustritt: sind durch Aufmerksamkeitsfelder AMF zu kennzeichnen. Das Aufmerksamkeitsfeld für den Antritt: direkt vor der untersten Setzstufe. Das Aufmerksamkeitsfeld für den Austritt: hinter der obersten Trittstufe beginnende Stufenunterschneidungen sind unzulässig. An freien seitlichen Stufen ist eine 2 cm hohe Aufkantung nötig.

Rampen

Nicht nur bei notwendigen Renovierungen, sondern grundsätzlich beim Bauen im Bestand, lassen es die örtlichen Gegebenheiten nicht immer zu, die in den Normen geforderten Vorgaben 1:1 umzusetzen. Viele Kunden, Planer, Baubehörden und Behindertenbeauftragte haben deshalb mit uns gemeinsam Sonderlösungen entwickelt und, zur Zufriedenheit aller am Bau Beteiligten, mit Produkten aus unserem Sortiment bauen können.

Eigenschaften

  • Der Rampenverlauf muss möglichst geradläufig sein, gewendelte Rampen und starkes Quergefälle sollten daher vermieden werden.
  • Bei Richtungsänderung über 45° sind Bewegungsflächen von 150 x 150 cm anzubringen.
  • Die Rampenlänge darf zwischen den Bewegungsflächen max. 600 cm betragen.
  • Die Steigung sollte so gering wie möglich ausfallen und darf maximal 6% nicht überschreiten.
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